Beerheide, Rebecca

Erstmals wird ein Biomarkertest auf das primäre Mammakarzinom Regelleistung der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV). Das hat der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) beschlossen. Der Test (Oncotype DX Breast Recurrence Score) kann künftig für Patientinnen mit Brustkrebs im frühen Stadium, bei denen das Rückfallrisiko nicht sicher bestimmt werden kann, angewendet werden. Der Beschluss umfasse im Detail den Einsatz des Tests bei Patientinnen mit einem Tumor, der bestimmte Eigenschaften, nämlich Empfindlichkeit für Hormone wie Östrogen und Progesteron und keinen nachgewiesenen Wachstumsrezeptor, aufweise, erklärte Dr. med. Monika Lelgemann, unparteiisches Mitglied im G-BA und Vorsitzende des zuständigen Unterausschusses Methodenbewertung. Die Ergebnisse des Tests sollen Patientinnen und Ärzte in ihrer Entscheidungsfindung für oder gegen eine Chemotherapie unterstützen. Ausreichende Erkenntnisse zur Aussagesicherheit des Tests bestehen laut G-BA bisher für Patientinnen ohne Befall der Lymphknoten. Der Beschluss wurde einstimmig gefasst. Die Patientenvertretung enthielt sich. Sie hatten Bedenken bei der Datenauswertung, weil diese in den USA stattfindet. Der Beschluss wird nun dem Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium zur Prüfung vorgelegt. Bevor der Test GKV-Leistung werden kann, muss der Bewertungsausschuss noch über die Höhe der ärztlichen Vergütung entscheiden. Lelgemann wies bei der G-BA-Sitzung darauf hin, dass die Beratungen zu Biomarker-unterstützten Entscheidungen bei Brustkrebs noch nicht abgeschlossen seien. Besonders für Tests, die die Genexpressionsanalyse beinhalteten, seien weitere Verfahren für unterschiedliche Patientinnengruppen in den Beratungen.

https://www.aerzteblatt.de/archiv/208508/Brustkrebs-Erster-Biomarkertest-wird-Kassenleistung